VuV-Experten-Konferenz berät sich zu MiFID II

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VuV-Experten-Konferenz berät sich zu MiFID II

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VuV-Experten-Konferenz berät sich zu MiFID II

Am 12.07.2017 fand unter der Federführung des VuV in der Villa Kennedy in Frankfurt eine Experten-Konferenz zu MiFID II statt. Die Konferenz bestand aus ca. 30 Hochkarätern der Anwalts- bzw. Wirtschaftsprüfer- und Vermögensverwalterbranche einschließlich deren Kooperationspartner (Depotbank, KVG und Softwareanbieter). Zielsetzung der Veranstaltung war es, für die Umsetzung der komplexen und auch sprachlich teilweise missglückten MiFID II Vorgaben einen praktikablen Weg aufzuzeigen.

Eine der großen intellektuellen Herausforderungen besteht darin, den für den Vertrieb von einzelnen Anlagen konzipierten Zielmarktabgleich (Product Governance bzw. Produktfreigabeverfahren) für ein auf Diversifikation und Risikoausgleich angelegtes Verwaltungsportfolio umzusetzen. Die Vermögensverwaltung ist von Skandalen weitgehend verschont geblieben und war daher immer schon ein „Stiefkind“ der Regulierung. Kehrseite davon ist aber, dass der Gesetzgeber die Branche gewissermaßen im Stich gelassen und keinerlei Regelungen getroffen hat, wie das Produktfreigabeverfahren im Rahmen einer auf Diversifikation ausgelegten Vermögensverwaltung konkret umgesetzt werden kann. Die Branche ist daher aufgefordert, eine eigene Konzeption zu entwickeln, die dem gesetzlichen Anliegen in einer möglichst pragmatischen Weise Rechnung trägt.

Neben den notwendigen Änderungen der Muster-Formulare und des VuV-Organisationshandbuchs wurden auch die Telefon-Aufzeichnungspflichten erörtert. Hier vertritt der VuV eine restriktive Auslegung wonach die Telefonate in der Vermögensverwaltung nur insoweit aufzeichnungspflichtig sind, als der Kunde Einzelorder erteilt. Der VuV hat sich im Interesse der Anleger und seiner Mitglieder insgesamt zum Ziel gesetzt, unter Berücksichtigung des Proportionalitätsgrundsatz vernünftige Branchenstandards zu setzen und kostenintensive bürokratische Exzesse zu vermeiden.

Die Konferenz hat bereits erste Klärungen erzielt, die nun weiter vertieft und nach Abstimmung den Mitgliedern in Form von Formularen und Musteranweisungen zeitnah vor dem 03.01.2018 zur Verfügung gestellt werden.

veröffentlicht am 14.07.2017