4. Deutscher Vermögensverwalter tag

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4. Deutscher Vermögensverwaltertag

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4. Deutscher Vermögensverwaltertag

Frankfurt, 27.11.2017 Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. (VuV) veranstaltet als Branchenhighlight einmal im Jahr den Deutschen Vermögensverwaltertag. In diesem Jahr wurde er zusammen mit dem 20-jährigen Verbandsjubiläum im Wiesbadener Kurhaus durchgeführt. Neben Fachworkshops verschiedener Mitglieds- und Förderunternehmen des VuV begeisterten Dr. Theo Waigel und Prof. Dr. Richard David Precht als Top-Speaker das Publikum.

Die Branche der unabhängigen Vermögensverwalter diskutierte im Rahmen des 4. Deutschen Vermögensverwaltertags am 24.11.2017 in Wiesbaden über den Zeitenwandel, die Neuorientierung und die Digitalisierung. Im Dialog mit Vermögensverwaltern, Repräsentanten von Stiftungen und Family Offices wurden intensiv die Stellung Europas und des Euro, vor allem aber der momentan stattfindende digitale Wandel und die Zukunft unserer Arbeit und Gesellschaft diskutiert. VuV-Vorsitzender Andreas Grünewald eröffnete die Veranstaltung und appellierte an Politik und Aufsicht, der momentan überbordenden Regulierung mit einem klaren Bekenntnis zur Proportionalität der Unternehmensgröße entgegenzuwirken.

Der ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel folgte als erster Redner der Veranstaltung am Vormittag. Vor 25 Jahren unterschrieben er und seine europäischen Kollegen den Vertrag von Maastricht und besiegelten damit die Gründung der EU und die Einführung des Euros. Nun zog er in seinem Vortrag Bilanz. Er ist sich sicher: „Ich würde wieder für den Euro unterschreiben.“ Als großen Fehler sieht er allerdings die Aufnahme Griechenlands in den Euro sowie die Aufweichung des Stabilitätspaktes.

Zur gegenwärtigen Orientierung in der digitalen und globalen Welt diskutierte n-TV-Journalisten Corinna Wohlfeil mit dem Bundesfinanzminister a.D. im Generationen-Talk, mit der Bloggerin Laura Brodda, VuV-Vorsitzendem Andreas Grünewald, dem stellvertretenden Redaktionsleiter von Orange by Handelsblatt Maximilian Nowroth sowie dem FDP-Bundestagsabgeordneten und Generalssekretär der FDP NRW Johannes Vogel.

Prof. Dr. Richard David Precht verfestigte in seiner Abschlussrede den Beitrag zu einer sich stark wandelnden Gesellschaft, die der Digitalisierung unterliege. Die Zukunft der Arbeitsplätze sieht er nicht rosig. Die digitale Revolution werde die Gesellschaft erst einmal negativ verändern, so Precht. Die Digitalisierung der Arbeitswelt kostet Millionen Arbeitsplätze, auch in Deutschland. Viele Menschen würden zwar nach wie vor noch arbeiten, jedoch nicht mehr für Geld. Sieht der Philosoph gerade Arbeitsplätze der Bankenbranche in Gefahr, nimmt er gleichzeitig seine harte Prognose für die Branche der unabhängigen Vermögensverwalter etwas zurück. Denn hier seien doch der persönliche Kontakt und das Vertrauensverhältnis besonders wichtig.

Am Nachmittag standen zwölf Praxis-Workshops auf dem Programm. Das Angebot war breit gefächert und bot Themen von Fintech über Portfoliomanagement bis hin zur Unternehmensorganisation. Den anwesenden Stiftungen gab man mit einem speziellen Beitrag für Stiftungen Handlungsalternativen an die Hand.

Im Rahmen einer abendlichen Gala wurde das 20-jährige Bestehen des Verbandes gefeiert. Zudem ehrte der Verbandsvorsitzende die noch aktiven Gründungsmitglieder und dankte ihnen für ihr Engagement.

Den Deutschen Vermögensverwaltertag besuchten rund 340 Teilnehmer aus den Reihen der unabhängigen Vermögensverwalter, Stiftungen und Family Offices. 2018 findet er am 9. November in der Philharmonie in Essen statt.

veröffentlicht am 27.11.2017